Es geht los! Eröffnungsveranstaltung

Es ist soweit. Seit vier Tagen bin ich offiziell Student des Wirtschaftsingenieurwesens an der Hamburger Fernhochschule. Und gestern dann die erste offizielle Veranstaltung. Wahrscheinlich weil die Studentenzahl bei dieser Veranstaltung sich in den letzten Jahr nicht allzu hoch war, oder um die Wichtigkeit dieser ersten – nennen wir es mal Vorlesung – zu unterstreichen, hat sich die Verwaltung der HFH dazu entschieden, die Eröffnungsveranstaltung für Studenten des WIW verbindlich zu machen. Die erste kleine Enttäuschung bei den vielen positiven Eindrücken bis jetzt. Allerdings hat man uns wenigstens die Wahl zwischen drei Terminen gelassen. Einer Freitag, einer Samstag, und einer in der Folgewoche, wobei da auch schon die ersten richtigen Vorlesungen laufen. Man konnte ankreuzen; Geht, geht wenn’s sein muss, oder geht gar nicht. Ich hab meinen Wunschtermin für den ersten Termin am Freitag gewählt und durfte den auch wahrnehmen. Ich hatte ehrlich gesagt noch keine Lust am Samstag-Morgen aufzustehen und zur Vorlesung zu fahren. Ich bin noch nicht im Fernstudium-Rhythmus.

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Erste Vorlesung; Mathe-Vorkurs

Eigentlich sind für die ersten sechs Wochen des Semesters keine regulären Vorlesungen angesetzt. Ich hab mich aber dazu entschlossen den angebotenen Mathe-Vorkurs wahrzunehmen. Obwohl ich Ingenieurmathematik 1 und 2 schon mal bestanden hab, ist die Routine in Sachen Mathe in den letzten Jahren doch wieder verflogen. Das ist natürlich dem Umstand geschuldet, dass man (oder ich) bei der täglichen Arbeit nahezu überhaupt nichts mehr selber rechnen muss. Und wenn, dann sind es eben die drei, vier Rechnungen die man beinahe täglich rechnet. Die sind aber mit ein bisschen Geometrie und Grundlagenmathe abgehandelt. Ich muss auf der Arbeit keine Integrale rechnen und auch nichts ableiten. Und mit Finanzmathematik hab ich schon überhaupt nichts zu tun.

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1. Offizielle Vorlesung - Werkstofftechnik

Freitagnachmittag, nach der Arbeit, um 15:30 Uhr begann die erste – nennen wir sie mal – Regelvorlesung. Wie alle anderen natürlich nicht verbindlich. Aber die Vorlesungen waren ja mit ein Grund warum ich mich wieder an einer Uni eingeschrieben hab. Und bei einem Fach wie Werkstofftechnik kann es auch nicht schaden, wenn man sich grundlegende Zusammenhänge noch einmal vortragen lässt. Ich kann mir vorstellen, dass die Studenten aus den Aufbaustudiengängen, die bisher nichts, oder nur wenig mit Werkstoffen zu tun hatten, beim Durcharbeiten der Studienbriefe öfter mal vor Rätseln stehen. Jedenfalls aber wahrscheinlich etwas mehr Schwierigkeiten haben, als jemand der seine Ausbildung im Handwerk – vielleicht sogar in der Stahlbranche – abgeschlossen hat.

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Mathe am Samstag-Morgen

Es mag unglaubwürdig klingen, aber Samstagmorgens zur Uni zu fahren ist ein ganzes Stück angenehmer als am Freitagnachmittag. Auf den Straßen ist nahezu überhaupt nix los. Für Außenstehende klingt es wahrscheinlich nicht sehr verlockend, aber ich hatte mich genau auf dieses Vorlesungen gefreut. Klar, es hätte gerne was netteres sein können als Mathe. Aber es werden ja noch andere kommen.
Die Mathevorlesung war dann auch leider ein bisschen enttäuschend. Obwohl, viel erwartet hatte ich eh nicht. Wie in der Modulübersicht schon angekündigt wird der Inhalt der Studienbriefe noch einmal aufbereitet. In Mathe heißt das natürlich ein paar Aufgaben zu den jeweiligen Themen. Die Mathematikerin, die da doziert, rechnet ein paar Aufgaben im Schnelldurchgang vor, dann teilt sie Blätter mit weiteren Aufgaben aus, lässt die Studenten eine Viertelstunde lang rechnen und macht dann weiter. Am Ende gibt es noch ein oder zwei Aufgabenblätter mit nach Hause. Das schwerwiegende Problem an Mathevorlesungen; der Inhalt ist schlichtweg nicht spannend und meistens altbekannt. Man ist sich außerdem bewusst, dass man sich das alles solange zu Gemüte führen muss, bis man es im Schlaf beherrscht. Und das obwohl es das einzige Fach ist, das permanent den Einsatz des Hirns fordert und dabei nur selten Spaß macht.


Die Inhalte der nächsten Mathevorlesungen sind natürlich auch schon weitestgehend bekannt. Und die Matheklausur ist die letzte im Kalender. Ich werde mich erst mal mit den anderen Modulen beschäftigen. Mathe muss geübt werden. Da muss ich nichts Neues lernen. Sondern nur rechnen bis der Arzt kommt, damit ich bei der Klausur sicher und schnell genug bin. Also erstmal um andere Dinge kümmern. Englisch steht als erstes an, sollte aber auch nichts Außergewöhnliches beinhalten. Informatik könnte interessant werden. Mal schauen worum es da überhaupt geht. Mathe jedenfalls, wird aufgeschoben. Ich denke die nächsten Vorlesungen werde ich mir auch schenken. Ich sollte mich in der Zeit lieber auf die anderen zwei Module konzentrieren.

Lernrunde bei T.

Immer alleine lernen wird nicht funktionieren

Im Laufe der ersten Vorlesungen lernt man natürlich auch ein paar seiner Kommilitonen kennen. Neue Leute zu treffen war ja auch ein Grund warum ich mich für ein Studium interessiert hab. Ich gehöre jetzt nicht zu den kontaktfreudigsten Menschen, aber wenn man mit zwanzig anderen in einem Raum sitzt und auf den Vorlesungsbeginn wartet, kommt man nicht drum herum sich mal mit den anderen zu unterhalten. Das ist in der Anfangszeit auch meist ziemlich lustig. Man lernt sich kennen, wo die anderen herkommen und was sie machen. Aber auch wie weit sie mit dem entsprechenden Lernstoff schon sind. Und man staunt schon nicht schlecht wie unterschiedlich die Herangehensweisen so sind. Irgendwann bin ich über dieses Thema dann darauf angesprochen worden, dass eine Lerngruppe gegründet werden soll.

Da hatte ich Glück. Ich hab das Thema selbst nicht forciert. Mir war aber klar, dass es zwingend notwendig sein wird, sich eher früher als später einer solchen Lerngruppe anzuschließen. Den Löwenanteil des Lernens absolviert man allein. Aber immer nur alleine lernen, ist erstens weniger lustig, und zweitens nicht immer am effizientesten. Man kommt einfach manchmal allein nicht weiter. Man kann seine Motivation nicht immer aufrechterhalten. Und der Lerneffekt ist um ein vielfaches größer wenn man Ergebnisse und Ansätze mit anderen bespricht.

Glück gehabt, Lerngruppe gefunden

Wie gesagt, dieses Mal war das Glück auf meiner Seite. Ich hatte mich noch nicht mit der Lerngruppenabsicht beschäftigt, es war ja noch früh im Semester, aber einer der wenigen Mitstudenten mit denen ich schon mehr als den Einleitungs-Smalltalk gesprochen hatte, sprach mich direkt darauf an. Ich kann schon Mal sagen dass T. mit Sicherheit zu den kontaktfreudigeren Menschen auf dieser Welt gehört und in dieser Sache die nötige Konsequenz an den Tag legte. In einer der Pausen, während wir vor dem Gebäude eine geraucht haben (hier zeigt sich der einzige Vorteil des Rauchens), sprach er mich direkt darauf an. „Wir wollen eine Lerngruppe gründen.“ Ich hatte keine Ahnung wer „Wir“ war. Aber er war jedenfalls ein ziemlich offener und umgänglicher Typ. Und das alleine hab ich als Kriterium gelten lassen. Ich hab seine Aussage direkt als Einladung wahrgenommen und ohne zu zögern die Gelegenheit ergriffen. Besser konnte es nicht laufen, also… „Ich bin dabei“.

Später standen wir dann zu viert an ungefähr der gleichen Stelle. Nummern austauschen und den ersten Termin ausloten. Jeder sein Handy in der Hand. Der erste Termin sollte gleich am Ende der Woche sein. Und es passte auch ziemlich gut. Keine Vorlesungen am Freitag und das Angebot bei T. die erste Runde zu starten, passte jedem. Als ich später die Adresse in Google-Maps eingegeben hab, zeigte sich, wie perfekt das tatsächlich passte. Treffen Freitag, 15:30 Uhr – dreißig Minuten nach Feierabend – keine 4 Kilometer von meinem Arbeitsplatz weg. Ein paar Tage nach Vorlesungsbeginn war ich also schon in einer Lerngruppe untergekommen. Perfekt, das fängt gut an.

Passt alles perfekt

Und es ging gut weiter. Nicht mal eine Woche später haben wir uns also bei T. getroffen und die Schulbücher gewälzt. Naja, wir hatten uns zwar auf ein Modul geeinigt das wir bearbeiten wollten, aber wir mussten erst einmal ausloten auf welchem Stand jeder einzelne war. Und weil wir uns ja eigentlich alle noch gar nicht richtig kannten, sind wir doch ziemlich oft vom eigentlichen Thema abgekommen. Aber das machte nichts. Wir haben einen großen Teil der Zeit auf T’s Balkon verbracht und geraucht. Und ich, für meinen Teil, hatte einen der lustigsten Freitagnachmittage seit langer Zeit. Denn normalerweise fahre ich nach der Arbeit nach Hause, esse etwas und lasse den Nachmittag lang die Ruhe auf mich einwirken, damit ich entspannt in mein Wochenende gehen kann.
Ein bisschen was vom Lernstoff Werkstofftechnik haben wir uns dann doch noch angeguckt. Wir haben dann noch besprochen wie es die nächsten Male weitergehen soll und noch ungefähr den Rahmen für die nächsten Termine abgeklärt.

Außenstehende könnten sagen wir wären an diesem ersten Freitag mit unserer Lerngruppe nicht besonders effizient, ziemlich unkonzentriert und stellenweise ein bisschen albern gewesen. Solchen Leuten würde ich dann sagen: „Fuck you! Es war alles so wie es sein sollte.“ Es wird noch besser werden. Es muss auch zwingend effizienter werden. Aber eine Lerngruppe gehört zu den essentiellen Bestandteilen eines Studiums. Ohne wird es schwer. Oder zumindest schwerer als nötig. Die nächsten Termine können also kommen.

Englisch - Nur für Auserwählte

Nach der amüsanten Lernrunde am Freitag stand heute Morgen die erste Englischvorlesung an. Ich hatte es ja schon erwähnt, die meisten Studenten haben sich die Leistungen für Englisch aus ihrer vorangegangenen Ausbildung anrechnen lassen. Das hätte ich wahrscheinlich auch probieren können, aber ehrlich gesagt, hab ich mich an der HFH eingeschrieben um herauszufinden, ob ich das leisten kann, was in einem Studium gefordert wird. Außerdem glaube ich, dass eine Prüfung in Business-English keine unüberwindbare Hürde sein sollte.
Es war also zu erwarten, dass die Englischvorlesung nicht so einem großen Zulauf ausgesetzt sein würde. Aber was ich heute Morgen erleben durfte, war wirklich nicht absehbar. Aus unserer Lerngruppe müssen tatsächlich nur zwei von vier – T. und ich – die Klausur in Englisch schreiben. Ich bin dementsprechend davon ausgegangen, dass sich ungefähr die Hälfte der üblichen Studenten da einfindet. Wirklich bock auf Englischstunden hatte ich eigentlich nicht. Aber mit Aussicht auf eine etwas kleinere Runde war der Gedanke erträglich. Und es wurde sogar noch ein bisschen erträglicher als gedacht.

Als ich kurz vor Vorlesungsbeginn angekommen bin (ich bin diesmal ein bisschen später losgefahren als die letzten Male), waren ganze zwei Studenten im Raum. Mit mir waren wir also drei. Und bis auf den Dozenten, Mr. C., kam auch erstmal keiner mehr. Mein Kollege T. hätte eigentlich auch da sein sollen, hat aber pauschal mal verpennt und kam erst in der ersten Pause. Insgesamt waren wir also zu viert die wir an der Englischvorlesung teilgenommen haben. Eine so gemütliche Englischstunde hatte ich in meiner kompletten Schulzeit nicht. Englischstunden waren nie wirklich cool – und niemand hat sich darauf gefreut, aber die Stunden heute gehören wohl zu den besten Unterrichtsstunden, die ich je gehabt hab.

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