Das Ergebnis für die Buchführungsklausur kam früher als erwartet. Nach nicht einmal eineinhalb Wochen hat der Kollege schon die Nachricht geschickt, dass die Ergebnisse online sind. Ich war grad auf dem Weg ins Büro und eigentlich war der Tag ganz gut gestartet. Deswegen wollte ich mir nicht die Laune verderben lassen und hab ihm geantwortet, dass ich mir das erst am Abend antun werde.
Aber das war natürlich völliger Quatsch. Ich bin für so etwas viel zu ungeduldig. Ich hab es keine viertel Stunde auf dem Bürostuhl ausgehalten und musste einfach nachgucken. Der inzwischen gewohnten Aufregung und dem Puls von 200 Schlägen/Min folgte dann aber glücklicherweise Erleichterung. Ich hab’s wirklich geschafft. Mit all dem was ich mir binnen kürzester Zeit an Lehrstoff angeeignet habe, und all dem was ich bewusst ausgelassen habe,

hab ich tatsächlich die Klausur zum Modul Buchführung bestanden. Juhu. War mal wieder keine Glanzleistung, aber für den doch minimalen Aufwand den ich betrieben habe, hab ich ein Ergebnis, das sicher nicht zu den schlechtesten gehört. Aber beim nächsten Mal sollte man es doch geschickter angehen.

BWL? …keine Zeit dafür!

Tja, viel vorgenommen hatte ich mir für die BWL Klausur. Ich wollte besser vorbereitet sein als beim letzten Mal. Und am Ende? War die Vorbereitung sogar noch mieser. Ich hatte so wenig Zeit dass ich am Ende beschlossen habe auf einen der fünf Studienbriefe komplett zu verzichten. In der Klausur zur Betriebswirtschaft gibt es (oder gab es bis jetzt) zu jedem Studienbrief eine Aufgabe. Punktetechnisch waren die fast gleichmäßig aufgeteilt. D.h. ich könnte immer noch achtzig von hundert Punkten machen, wenn ich mit dem was ich antworte, voll ins Schwarze treffe. Gehen wir mal realistischer Weise davon aus, dass das nicht der Fall ist, hab ich immer noch eine gute Chance auf sechzig Punkte. Wenn ich es schaffe mich binnen zwei Tagen auf die Inhalte der übrigen vier Studienbriefe vorzubereiten. Das ist zwar nicht die Zielsetzung mit der man üblicherweise in eine Uni-Klausur gehen sollte, aber es ging eben in diesem Fall nicht anders. Ich hatte überhaupt gar keine Zeit außerhalb der Lernrunden noch was für das Modul zu lernen. Und zu den Lernrunden konnte ich auch nur zwei Mal gehen. Ich hatte eigentlich schon beschlossen, die Klausur nicht zu schreiben und aufs nächste Semester zu verschieben. Aber eben weil ich so wenig Zeit gefunden habe, mich um Uni-Angelegenheiten zu kümmern, habe ich auch völlig vergessen, mich von der Klausur wieder abzumelden. Und so stand der Termin eben. Gut oder schlecht, ich musste die Klausur jetzt mitschreiben.
Und es sah Phasenweise gar nicht schlecht aus während der Prüfung. Ich hab jedenfalls permanent geschrieben, hatte kaum Hänger und war punktgenau mit der Aufgabe 4 von 5 fertig als es Zeit war abzugeben. Allerdings will ich an dieser Stelle kurz mal festhalten, dass der gute Prof da vorn etwas Schwierigkeiten hatte die Zeit von seiner Armbanduhr abzulesen. Davon abgesehen dass er für die Vorbereitung viel zu lange brauchte, hat er die Prüfung auch noch viel zu früh abgebrochen. Jedenfalls könnte ich darauf schwören, dass es so war. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in dieser Klausur gut und gerne zwischen zehn und fünfzehn Minuten beschissen wurden. Direkt nach der Klausur hat das niemand angesprochen. Dafür ist man viel zu erleichtert es hinter sich gebracht zu haben. Und man hat es dann irgendwie eilig den Raum zu verlassen. Aber unten vor dem Gebäude haben einige Kommilitonen meinen Eindruck bestätigt. Die Zeitangaben wichen zwar geringfügig voneinander ab, aber eine gute Handvoll war sich einig, die Bearbeitungszeit war nicht so lang wie sie hätte sein sollen.
Sei’s drum, „ich habe fertig!“. Klausur geschrieben, und ich hatte alles gegeben was ich konnte. Ich hatte jedenfalls ein gutes Gefühl bei dem Gedanken an das, was ich abgeliefert hatte. Aber ein anderer Gedanke trübte dann meinen Tag. Ich hatte jedes Mal ein schlechtes oder unsicheres Gefühl bezüglich meiner abgelieferten Klausur. Und jedes Mal wurde ich positiv überrascht. Nach Murphys Gesetz und den empirischen Daten die sich als Erfahrungen im eigenen Kopf wiederfinden, konnte das eigentlich nichts Gutes mehr heißen.
Aber mal wieder hieß es, abhaken, vergessen und abwarten. Noch vier Wochen bis zur nächsten Klausur. Wirtschaftsinformatik lautet das Thema. Wieder fünf Studienbriefe mit einer Menge unnützem Wissen das abgespeichert werden will.

 
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