Als ich das letzte Mal studieren ging, wollte ich um jeden Preis raus aus der Stadt. Einfach mal woanders hin, um endlich mal wegzukommen, mal was anderes sehen als die immer gleichen Straßen und Gebäude. Woanders leben und mich voll und ganz auf das Studium konzentrieren. Für das Bauingenieurwesen gab es am Ende für mich zwei Möglichkeiten. Es gibt zwar noch reichlich andere Hochschulen, aber nach näherer Prüfung blieben entweder Biberach, irgendwo im Schwabenland, oder die FH in Lübeck. Ich hab mich damals für Lübeck entschieden. Die Stadt ist klein und überschaubar. Kurzfristige Ausflüge zurück nach Hamburg waren kein Problem und die Organisation des Umzugs schien auch weniger problematisch.
Dieses Mal liegt die Sache ein bisschen anders. Da ich das Studium neben meinem Beruf absolvieren will, kann es nur ein Fernstudium sein. Meine Reisebereitschaft ist schwindend gering bis überhaupt nicht vorhanden. Und so stellt sich die oben formulierte Frage in meinem Fall nur kurz. Es muss eine Hochschule mit einem Studienzentrum in meiner gegenwärtigen Heimatstadt sein. Die Präsenzveranstaltungen und Pflichtseminare – sowie Labortermine und Prüfungen o. Ä. sollten möglichst alle in Hamburg oder der näheren Umgebung wahrgenommen werden können. Hamburg, meine Perle….wie viele Fernhochschulen hast du eigentlich?


Wer sich über Fernhochschulen weitergehend informieren will, wird den Begriff über Kurz oder Lang bei Onkel Google ins Suchfeld eintragen und dann die ausgeworfenen Ergebnisse durcharbeiten. Das wird man sehr lange tun, denn die Ergebnisse sind zahlreich. Man findet sich beim Durcharbeiten wahrscheinlich zuerst auf den Suchmaschinenoptimierten Seiten der Fernhochschulen selbst wieder. Die sind auch nützlich um einen ersten Einblick über das Angebot zu erhalten. Welche Fächer werden Angeboten? Wie läuft das Studium eigentlich ab? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein? Was kostet der Spaß überhaupt? Usw., usw.…. Es schadet auch nicht sich das Infomaterial der infrage kommenden Institute per Post zukommen zu lassen. Das ist in der Regel schnell gemacht. Formular ausgefüllt und man bekommt ein paar Tage später alles in gedruckter Form nach Hause.

An dieser Stelle der Hinweis; mit der Bestellung des kostenlosen Infomaterials legt euch das Institut automatisch in die Adressdatenbank für weiteres Werbematerial. Wenn das nicht abbestellt wird, dann hat man regelmäßig den Briefkasten voll mit Werbung für Fernhochschulen, die eigentlich gar nicht mehr interessant ist, da man ja das betreffende Infomaterial schon längst bekommen hat, sich vielleicht sogar schon für die eine oder andere Hochschule entschieden hat, oder sogar schon an dieser oder an einer anderen eingeschrieben ist. Also, beim Erhalt des ersten Werbebriefs kurz zum Telefon greifen und sich austragen lassen! Eventuell bekommt man dann noch eine oder zwei Sendungen, aber dann sollte Schluss sein.

Wenn man tiefergehende Informationen zu den einzelnen Hochschulen sucht, werden die meisten – wie ich auch – irgendwann die unabhängigen Foren und Plattformen durchstöbern. Hier findet man dann nützliche Infos, Beiträge von Menschen die an den jeweiligen Schulen studieren oder studiert haben.
Für einen ersten Überblick, ohne alle Suchergebnisse durchforsten zu müssen kann man mal hier vorbeischauen (Studieren-im-Netz.org)

Wer dann mal gucken will wo das angeboten wird, was er / sie sucht, hat hier eine gute Suchmöglichkeit (studieren.de)

Eine erste Suche nach Bundesländern gibt es beispielsweise über den Hochschulkompass

Die besten Informationen hab ich allerdings, wie schon erwähnt, in den Foren bekommen. Hier gibt es eine Plattform, die wohl die meisten Besucher hat und die bekanntesten Hochschulen abdeckt. Zu fast jeder Fernhochschule findet man da ein eigenes Forum. Man braucht auch eigentlich erstmal selbst dort keine Fragen zu stellen, denn die Menge an Beiträgen und allgemeinen Infos, sowie der bereits geöffneten Threads gibt Lesestoff für Stunden. Mir hat diese Plattform am meisten bei der Entscheidungsfindung geholfen. Was die Abläufe und die interne Organisation an den Hochschulen – und die Betreuung der Studenten angeht, lässt sich dort eine Menge rauslesen was man auf den Seiten der jeweiligen Fernhochschulen nicht erfährt.
Also unbedingt hier bei Fernstudium-Infos.de mal durch die Themen klicken.

Wenn man sich erstmal durch die Fülle an Informationen gearbeitet hat, fällt einem auf, dass es doch eine ganze Menge Hochschulen gibt an denen man ein Fernstudium antreten kann. Meine Suchkriterien sind ja schon ziemlich klar umrissen gewesen. Aufgrund der regionalen Einschränkungen und einiger Kleinigkeiten blieb für mich die Wahl zwischen der AKAD und der Hamburger Fernhochschule. AKAD hat (hatte) ein Studienzentrum in Pinneberg. Das trifft sich hervorragend. Da verbringe ich den größten Teil meiner Zeit. Ich hätte nicht zu hoffen gewagt dass ich ein Studienzentrum in meiner unmittelbaren Nachbarschaft finde. Das hätte wahrlich große Vorteile. Ich hab mich dann um weitere Informationen bemüht und musste leider feststellen, dass die Meinungen von „ist soweit OK“ bis „so geht das gar nicht“ reichten. Davon wollte ich mich erstmal nicht abschrecken lassen. Ich hab dann den direkten Kontakt mit der Hochschule gesucht und mir ein paar spezielle Infos schicken lassen. Eine Modulübersicht und den Prüfungsplan für das letzte Semester. Schließlich muss man ja mal schauen ob so ein Semesterplan mit dem eigenen Zeitmanagement zu vereinbaren ist. Nach nochmaliger Rücksprache mit dem immer freundlichen Beauftragten für Studieninteressierte ist dann klargeworden, dass die Hochschule leider nicht immer gewährleisten kann, dass die Prüfungen immer im Studienzentrum in Pinneberg absolviert werden können. Da kann es dann auch mal vorkommen, dass der Student vierzehn Tage vor der Prüfung, oder der Laborübung erfährt, dass er leider am betreffenden Tag quer durchs Land – in ein anderes Studienzentrum - fahren muss, wenn er an der Prüfung teilnehmen möchte. Das läge daran, das einerseits in manchen Modulen und Jahrgängen die Anzahl der Studenten einfach nicht ausreiche – und andererseits daran, dass es in manchen Fällen zu Ausfällen bei den Dozenten komme, die nicht abgefangen werden könnten.
Ich hab mich zu dem Thema noch ein bisschen im Forum belesen und informiert. Und nachdem mir der Sachverhalt genauso bestätigt wurde, hab ich die AKAD aus meiner Liste entfernt. Für mich waren diese Umstände ein K.O.-Kriterium. Das heißt aber keinesfalls das ein Studium für an der AKAD für andere nicht eine gute, wenn nicht sogar die perfekte Wahl ist.

Eine kleine Anekdote am Rande; kurz nachdem ich mich für eine andere Fernhochschule entschieden hab, lese ich im Pinneberger Wochenblatt dass die AKAD den Standort Pinneberg als Studienzentrum aufgibt, bzw. diesen ins Hamburger Zentrum verlegt. Da hätte ich ja im Kreise gekotzt, wenn ich dort eingeschrieben gewesen wäre. Wo der größte Vorteil der Hochschule doch im Studienzentrum direkt vor meiner Haustür bestand. Und jetzt zum absoluten Nachteil wird, durch den Umzug mitten in die Hamburger City, wo wirklich niemand freiwillig mit dem Auto hinfahren will. Jeder der Hamburg kennt, weiß was ich damit meine.

Dann check ich also Option Nummer zwei. Die HFH hat in den Foren fast durchweg gute Kritiken bekommen. Sowohl Studenten als auch Absolventen tauschen sich dort fleißig aus und die Meinungen sind im Wesentlichen positiv. Die Studentenzahl ist verhältnismäßig hoch, also eine gut besuchte Fernhochschule, wenn man das so sagen kann. Auf der eigenen Internetseite sind alle Infos gut sortiert zu finden, und was man nicht auf Anhieb findet, kann man per E-Mail erfragen oder während der Geschäftszeiten anrufen. So hab ich es auch gemacht. Infomaterial geordert und zusätzlich via E-Mail einen aktuellen Prüfungsplan angefordert. Der kam auch ziemlich schnell. Außerdem bietet die HFH in regelmäßigen Abständen Infoveranstaltungen für die Interessierten. Und nachdem dies ja schon das dritte oder vierte Jahr war in dem mich der Reiz eines Studiums gepackt hat – und das zweite Jahr indem ich bis zur Auswahl der Hochschule gekommen bin, sollte dies nun das erste Mal werden in dem ich auch die letzten Schritte gehen würde. Also hab ich mich kurzerhand zur Infoveranstaltung angemeldet. Um zu sehen wie der Laden so aussieht, was mich dort erwartet und um die letzten Unklarheiten zu beseitigen. Die letzte Infoveranstaltung bevor die Anmeldefrist abläuft.
Die Veranstaltung war ziemlich gut besucht. Die Räumlichkeiten waren ziemlich schlecht beschildert, aber anhand der Menge der Leute die alle in einem Vorraum warteten, war der betreffende Raum zu erkennen. Erstmal drinnen wurde einem dann alles nochmal genau erklärt. Sehr ausführlich und natürlich ein bisschen darauf bedacht das eigene Institut in einem guten Licht darzustellen. Aber durchaus aus kritische Worte, was einen guten Eindruck hinterlässt. Das Studium an einer Fernhochschule hat auch Schattenseiten, da solle man sich nichts vormachen. Alles in allem war der Infoabend sehr hilfreich. Die letzten Fragen konnten geklärt werden. Ich hab einen Eindruck vom Studienzentrum bekommen und das ganze wirkte wirklich seriös. Ohne aufdringlich zu sein oder einen der Interessierten zum Studium überreden zu wollen. Man hat uns verpflegt und sich vorgestellt. Und natürlich auch die Anmeldeunterlagen dem zusätzlichen Infomaterial beigelegt.
Mich hat die HFH damit überzeugt. Wenn ich ein Fernstudium angehe, dann ist diese Hochschule für mich die erste Wahl. Also zur letzten Frage; lässt man jemanden wie mich eigentlich an so einer Institution zum Studium zu?

 
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