Was genau soll ich eigentlich studieren?

Diese elementare Frage sollte man systematisch, sehr gründlich und mit einiger Selbstreflektion angehen. Schliesslich investiert man eine Menge Zeit in so ein Studium. Nicht zu vergessen die Entbehrungen auf die man sich einlässt und dann eventuell ja noch der finanzielle Aufwand. An aller erster Stelle sollte allerdings die Frage stehen; wo will ich überhaupt hin in meinem Leben? Womit will ich mein Geld verdienen, womit kann ich mich zukünftig den Großteil meiner Zeit beschäftigen ohne das es mich nervt. Persönliche Vorlieben und vielleicht vorhandene Talente? (Hierbei sollte man sich von Aussenstehenden vielleicht ein bisschen was über sich selbst erzählen lassen. Der Mensch neigt dazu sich selbst verdammt schlecht einzuschätzen, vor allem wenn es um vermeidlich vorhandene Talente geht.) Ich versuch hier mal meine Gedankengänge zu reproduzieren. Dabei gehe ich die geläufigsten Studienfächer einmal gedanklich an (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Hier sind dann auch wirklich nur meine Gedanken dazu, jeder ist anders. Und so empfindet natürlich auch jeder anders was die Interessantheit und / oder Nützlichkeit der einzelnen Fächer angeht. Der Reihe nach...

  • Sport - also Sportmanagement oder Sportwissenschaften
    Ein Sportstudium lässt sich kaum realisieren. Die Zugangsvoraussetzungen sind enorm hoch angesetzt - und so eine Sportskanone bin ich nun auch nicht. Also abgesehen davon dass ich den Eingangstest wahrscheinlich niemals bestehen würde, wüsste ich nicht ob ich mich lange dafür begeistern könnte. Ist sicherlich eine der interessantesten Studienrichtungen, aber ich bin dafür schlichtweg nicht der Typ.

    Fazit: "ausgeschlossen"

  • Mathematik & Naturwissenschaften
    Hier finden sich auch sehr interessante und ernstzunehmende Fächer. Wobei ich Mathe, Physik und Chemie ebenfalls sofort für mich ausschliessen kann. Diese Fächer werden von Menschen studiert, die von Anfang an darin aufgehen. Für mich waren alle drei immer nur Mittel zum Zweck, wobei Physik und Chemie immerhin noch interessant genug waren um mal einen tieferen Blick reinzuwerfen. Mathe sollten wirklich nur Leute studieren, die es können. Geo- und Neurowissenschaften, genau wie Astronomie, halte ich für ziemlich abgehoben. Ehrlich gesagt hab ich in meinem Leben niemandem getroffen der eines dieser Fächer studiert hat. Da hat man wahrscheinlich auch den Anspruch irgendwann aktive Forschung zu betreiben. Den Anspruch hab ich nicht. Biotechnologie war schon vor meinem ersten Studium in der engeren Wahl, aber ich konnte mich mit vielen der Inhalte einfach nicht anfreunden.

    Fazit: "alle Fachrichtungen ausgeschlossen"

  • Agrar- und Forstwissenschaften
    Echt jetzt? Ich bin kein Landwirt und komme auch aus keiner solchen Familie. Ich hab auch nicht vor die Welt zu verbessern durch bessere Agrar- oder Forstkulturen, sorry. Eines Tages werde ich mich auf einem kleinen Stück Land mit Mini-Weingut niederlassen. Aber das Wissen um die Pflege dieser Bäume werde ich mir aus ein paar Büchern und von den Alten Weisen holen. Ist einfach nicht meine Welt.

    Fazit: "absolut ausgeschlossen"

  • Medizin & Gesundheitswesen
    Eine besonders ausgeprägten Drang anderen Menschen zu helfen, hab ich eigentlich nie gehabt. Bei Menschen die ich nicht kenne, würde es mir wahrscheinlich auch hier und da schwer fallen. Ich glaube, Leute die Medizin studieren wollen, oder sich gezielt im Gesundheitswesen niederlassen, ist dieser Drang schon sehr früh, sehr stark ausgeprägt. Bei mir jedenfalls nicht.

    Fazit: „eher nicht so meins…“

  • Rechts- & Wirtschaftswissenschaften
    Hier sind wir dann schon bei den für mich interessanteren Themen. Jura wird im Fernstudium überhaupt nicht angeboten. Aber einige Fächer aus dem Wirtschaftsbereich schon. Betriebswirtschaft an sich wäre in jedem Fall etwas, das mich persönlich voranbringen würde. Man könnte einiges für sich aus dem Studium rausholen, gleichzeitig ist es für nahezu alle Vorhaben in der freien Wirtschaft von Nutzen. BWL war früher ein wenig vorurteilsbehaftet – tatsächlich haben sich auch nur Leute dafür interessiert, die keine Ahnung hatten was sie sonst studieren sollten. Die waren in der Regel auch gänzlich talentfrei und ohne Begeisterung für irgendwas. Aber heute kann ich natürlich mit einem etwas erwachseneren und deshalb pragmatischeren Blick darauf schauen.

    Fazit: „vielleicht findet man da was interessantes für die engere Wahl…“

  • Gesellschafts- & Sozialwissenschaften
    Soziologie, Politikwissenschaften? Echt jetzt? Da kann ich auch gleich den Taxischeinmachen. Und wenn ich Probleme hab einzuschlafen, dann mach ich mir ein Hörbuch an, aber ich schreib mich sicherlich nicht dafür an einer Uni ein.

    Fazit: „völlig ausgeschlossen“

  • Sprach- & Kulturwissenschaften
    Jaja,…Japanologie…genau! Afrikanologie oder doch Germanistik? Ach scheisse, das Thema mit dem Taxischein hatten wir doch eben schon. Die ganzen Ethnologischen Fächer haben doch keinen ernsthaften Sinn oder. Warum genau sollte man heute noch so etwas studieren. Warum hol ich mir nicht ein paar Bücher darüber, wenn es mich denn sooo interessiert? Wird mir nicht klar.

    Fazit: „der ganzen Geschichte kann ich nix abgewinnen“
  • Kunst & Gestaltung
    Ohhhh, da haben wir aber einen interessanten Kuchen angeschnitten. Die Kreativen, von denen die meisten nicht einmal wissen was dieser Begriff eigentlich bedeutet. Die keine Ahnung davon haben was es heißt, etwas zu erschaffen. Ich hab viele von den „Feierabend-Designern“ getroffen, und glaubt mir, 85 Prozent von denen haben schlichtweg nix drauf. So ist es eben. In früher Jugend haben Sie gern Pferde gezeichnet und ihre Kunstlehrerin hat ihnen dann erzählt, sie würden zu den besonders begabten Kindern gehören. Fortan haben sie sich dann auch für auserwählt gehalten, den Menschen das Produkt ihrer zerebralen Diarrhöe als besondere Designobjekte jeder Art zu verkaufen.
    Leider trifft das auch auf viele der Professoren und Dozenten zu, die an den jeweiligen Hochschulen (meist auch nur private Institutionen) tätig sind. Da ich keine Lust habe mich mit einer der beiden Gruppen auseinanderzusetzen und in sinnfreien Diskussionen wiederzufinden, sollte ich von einem Studium in dieser Richtung wohl eher Abstand nehmen. Und Kunstpädagogik ist nun wirklich nicht erstrebenswert.

    Fazit: „die wirklichen Gestalter dieser Welt, haben nie eine solche Hochschule gesehen“
  • Ingenieurwissenschaften
    Der Stein der Weisen! Hier liegt er begraben. Es hatte wohl schon seinen Grund warum meine Entscheidung schon beim letzten Mal auf ein ingenieurwissenschaftliches Fach gefallen war. Und auch dieses Mal bleibt nach gründlicher Überlegung für mich eigentlich nur diese Wahl. Hier liegt nicht nur ein großer Interessenbereich, auch meine derzeitige berufliche Tätigkeit liegt in diesem Bereich. Und im Großen und Ganzen halte ich das Ingenieurwesen für das Fach mit den am weitesten gestreuten Einsatzgebieten, also auch den vielseitigsten Perspektiven. Nachdem ich allerdings beim letzten Mal mit dem Bauingenieurwesen ein etwas spezialisiertes Fach gewählt hatte, und damit am Ende nicht allzu glücklich gewesen bin, muss ich sehen dass ich mich in eine Richtung orientiere die vielleicht ein bisschen vielschichtiger ist. Am besten etwas Interdisziplinäres. Und ich denke, ich habe schon genau das richtige gefunden. Da ich ja auch die Betriebswirtschaft in meine engere Wahl geschlossen hatte, die aber allein meinen Interessenbereich nicht decken würde, viel mein Augenmerk auf ein ganz bestimmtes Studienfach;

    - Wirtschaftsingenieurwesen -

    Fazit: "Das war es! Die Entscheidung war getroffen. Jetzt ging es noch darum, den Weg dahin auszuloten, vorzubereiten und loszulegen. Es mussten immer noch einige Fragen geklärt werden…"

 
www.38i.ru